Melancholie, Gründer und gute Taten

Vom Vater der modernen Hypnotherapie, Milton Erickson, wurde eine sehr rasche Heilung einer angeblich unheilbar depressiven Patientin berichtet, die erfolgt sei, nachdem er sie darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie mit den von ihr gezüchteten Usambaraveilchen vielen Menschen eine Freude machen könne. Sie hatte dann damit begonnen, die von ihr vermehrten Blumen in ihrem Umfeld zu verschenken (nach Gordon, D. & Meyers-Anderson, M., 1981).

Etwas direktiver hatte schon einige Jahre früher Robert Baden-Powell, der Begründer der Pfadfinderbewegung, seinen „Scouts“ die Aufgabe einer täglichen guten Tat mitgegeben:

„Make each Scout tie a knot in his neckerchief every morning as a reminder to carry out his idea of doing a good turn every day, till it becomes a habit with him“ (1908, S. 299).

Das klingt vielleicht sehr einfach und wie für kleine Buben geschrieben. Könnte aber auch für größere Buben und Mädels von Nutzen sein. Denn auch Alfred Adler, der Schöpfer der Individualpsychologie, war vom Nutzen guter Taten überzeugt. Seinen Umgang mit melancholischen Patienten hatte er wie folgt beschrieben:

„I tell them: 'You can be cured in fourteen days if you follow this prescription. Try to think every day how you can please someone.'" (1931, S. 215).

Könnte ja eine sehr sinnvolle Strategie sein. Gerade in Zeiten, in denen wir mit so bedrohlichen Entwicklungen fertig werden müssen.

 

Literatur:

Adler A. (1931). What Life Could Mean to You. Oxford: One World, S. 215. https://archive.org/details/whatlifecouldmea0000adle/page/n5/mode/2up?q=fourteen.

Baden-Powell, R. (1908). Scouting for Boys, The Original (Illustrated). ModernTimes. Kindle-Version, S. 299.

Gordon, D. & Meyers-Anderson, M. (1981). Phoenix: Therapeutic Patterns of Milton H. Erickson. Cupertino, CA: Meta Publications, S. 123–126. https://archive.org/details/phoenixtherapeut0000gord/page/n5/mode/2up.

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