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Bildungspolitik und Erziehungswissenschaft im Focus: die Evaluierung der Deutschförderung bei fremdsprachigen Schulkindern in Österreich

  Deutschförderung für fremdsprachige Kinder in Österreich:  Die gesetzlichen Grundlagen       Bildungspolitik, Erziehungswissenschaft und Pädagogik sind einem immer rascheren Wandel unterworfen.  Dieser scheint nicht nur auf sich beschleunigende gesellschaftliche und technologische Veränderungen zurückzuführen, die eine kontinuierliche Anpassung von Bildungszielen und Bildungsinhalten erfordern, sondern auch, und das wohl besonders in Österreich, durch eine von Zeitgeist und wechselnden politischen Stimmungslagen gekennzeichnete Politik, welche gelegentlich an ein etwas konfuses "Trial and Error"-Verhalten erinnert (vergleiche Brezinka, 2019; Klingler, 2025b). So sind die gesetzlichen Voraussetzungen zur Förderung der in den letzten Jahren ja nicht ganz unerwartet in erheblicher Zahl neu hinzugekommenen Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen im Schulorganisationsgesetz mehrfach korrigiert worden, so etwa der Paragraph 8e in den Jahren 2008, 2010, 2012,...

Stellungnahme zur Ende November 2025 von der Österreichischen Bundesregierung geplanten Änderung des Schulorganisationsgesetzes

  Hintergrund      Für die für Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen in Österreich vorgesehenen Deutschförderklassen und Deutschförderkurse gelten aktuell gemäß §8h des Schulorganisationsgesetzes die folgenden Vorgaben:      "(1)  Schülerinnen und Schülern von allgemein bildenden Pflichtschulen sowie von mittleren und höheren Schulen, die gemäß § 4 Abs. 2 lit. a oder Abs. 5 des Schulunterrichtsgesetzes  wegen mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache als außerordentliche Schülerinnen oder Schüler aufgenommen wurden, sind nach Maßgabe der Testergebnisse gemäß den §§ 4 Abs. 2a und 18 Abs. 14 des Schulunterrichtsgesetzes in Deutschförderklasseun und Deutschförderkursen jene Sprachkenntnisse zu vermitteln, die sie befähigen, dem Unterricht der betreffenden Schulstufe zu folgen.      (2)  Deutschförderklassen sind vom Schulleiter oder von der Schulleiterin jedenfalls ab einer S...

Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik: "Trial and Error" und die Schwächen der Forschung

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  Pädagogik im Wandel        Wie so viele Lehrmeinungen waren auch jene der Pädagogik (paidagōgikḗ, den Knaben führen) einem ständigen Wandel unterworfen. In ihrer Entwicklung muss sie wohl weitestgehend als ein Konglomerat von mit Handlungsanweisungen verbundenen und teilweise konkurrierenden und widersprüchlichen philosophischen Lehren verstanden werden, welche eng verknüpft mit den Strömungen des Zeitgeistes und dessen Ideologien waren (vergleiche Weimer, 1992). Das kann auch in der jüngeren Geschichte so beobachtet werden, nicht nur, aber in einem besonderen Maße, auch im deutschsprachigen Raum.        Hier bestanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts den aufkommenden demokratischen und Befreiungsbewegungen entsprechende Ansätze zu einer "Erziehung vom Kinde aus", zu einer demokratischen Erziehung und einer Schülerselbstverwaltung, neben ersten Versuchen einer naturwissenschaftlich zu begründenden experimentellen Pädagogik (Meu...